Die Geschichte vom Drachenbootfahren

Weit vor Christi-Geburt entwickelte sich in einer Region Chu, im heutigen China, das Drachenbootfahren.
Die Geschichte sagt, das ein Dichter und geliebter Staatsmann Chu` Yuan, urtümlicher Weise des Verrats beschuldigt und in die Provinz Huan verbannt wurde. Aus Gram über diese Verbannung, stürzte er sich am 5. Tag des 5. Mondes in den Fluss Mi-Lo.
Die am Rand stehenden Fischer und Dorfbewohner sprangen in ihre Boote und paddelten Herrn Chu` Yuan mit viel lauten Trommeln und Paddelschlägen zur Hilfe.
Der Lärm sollte die hungrigen Fische im Fluss vom Dichter fernhalten. Ihre Mühe war jedoch vergeblich.

Um die bösen Wassergeister fernzuhalten, baute man später riesige Drachenköpfe und Schwänze an das Boot. Zum gedenken an den Dichter und Staatsmann Chu` Yuan paddelt man in jedem Jahr, am 5. Tag des 5. Mondes, auf dem Fluss Mi-Lo an die Unglückstelle. Die daraus entstandenen Drachenbootrennen wiederspiegeln die Einigkeit des Volkes und mahnen an die Ideale des Dichters.

Heute hat sich der Drachenbootsport in Asien zu einem bunten Kulturfest entwickelt. Die Verbreiterung nach Europa und Amerika kam erst Anfang des 1900 Jahrhunderts.

1980 fand in England das erste Drachenbootrennen statt. Für Deutschland war Hamburg der Vorreiter. Zum 800. Hafengeburtstag 1989, paddelten die ersten Teams auf der Elbe.
Heute gibt es schon an die 100 Drachenbootteams der unterschiedlichen Kategorien. Vom Mix, Herren und Ladies, in den Sparten Profisport und Fun, kann sich der Zuschauer begeistern.

In Sachsen wurde 1991 zum Elbhangfest in Dresden das erste Drachenboot gesichtet. Daraus hat sich eine lebendige Sportszene im Freistaat entwickelt und ist in fast allen großen Städten auf dem Vormarsch.

Lange hat es gedauert, ehe der Begriff "Drachenboot" auf der Bischofswiese zu Technitz, bzw. in der Sektion Kanu des ESV Lok Döbeln, zu hören war.
Langsam tastete man sich mit einem Schnuppertraining im September 1999 beim Wsv Riesa an die Sportart heran.
Alle waren begeistert und man verabredete sich zur ersten großen Fahrt von Bad Schandau nach Meißen. Bei herrlichen Sonnenschein und bester Laune ging es für zwei Tage die Elbe stromabwärts. Und hier kam der Sektion die zündende Idee, es zu versuchen einen Drachenbootcup für die Region Döbeln zu organisieren.

Nach dem Sportfreund Hundrieser, ca. 100 Ausschreibungen an Betriebe, Institutionen und Vereine verteilte und nur 5 Meldungen zurückkamen, war die Begeisterung erst mal am Boden.

Nach intensiver Vorstellung der Sportart im Landkreis, waren die ersten 18 Mannschaften für den ersten Spitzstein Drachenbootcup am 09.09.2000 gefunden. Der Erfolg war überwältigend.
Der Spitzstein Drachenbootcup hat sich über die 3 Jahre seines Bestehens, zur größten Sportveranstaltung in der Region entwickelt.

Mit dem Cup, entwickelte sich auch das Bedürfnis, die Sportart auf der Bischofswiese zu etablieren. In Verhandlungen mit dem Sächsischen Kanuverband und Sponsoren, bekam die Sektion Kanu am 05.05.2001 ihr eigenes Drachenboot. In einer zünftigen Taufe wurden durch die Taufpaten Monika Dehnert, Ihres Zeichens Ortschaftsratsvorsitzende von Technitz und Slalom- Europameister Michel Bereck der "Biwi" das Leben eingehaucht.
Mit der Gründung der Spitzsteindrachen, erfolgte eine weitere Belebung der Sektion und des Kanuheimes. Die Erfolge blieben nicht aus. Hier zu nennen ist unter anderem der 2. Platz beim 3. Cospudener - Drachenbootfestival 2002 und der Vize - Sachsenmeister im Mixed beim 3. Sachsencup im Zittau.
Leider ist die "Biwi" nur 1 Jahr alt geworden. Beim Hochwasser im August 2002 wurde das Boot in 4 Teile gerissen. Jedoch die Tradition des Drachenbootfahrens wird auf der Bischofswiese nicht einschlafen.
Mit der Bestellung der "Biwi II" wird im Jahr 2003 ein neues Drachenzeitalter unter dem Spitzstein beginnen.